KOMMENTAR: Jetzt no "Heldenplatz", dann sans wach

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Unmittelbar nach der Bildung der neuen Regierung hatte es im ersten Schock so ausgesehen, als würde das Land von der Kunst-Weltkarte gestrichen; mittlerweile befinden sich die Künstler, die Österreich boykottieren wollen, in der Minderheit (siehe dazu den Bericht auf den folgenden Seiten).

Überhaupt kein Thema war und ist ein Boykott im Theater. Die Wiener Festwochen mussten bisher keine einzige Absage entgegennehmen; im Burgtheater hat keiner der dort engagierten EU-Mitbürger (vulgo "Piefke") gekündigt. Theaterleute kommen schon deshalb nicht auf die Idee, sich zu verweigern, weil es in der Natur ihrer Kunstform liegt, öffentlich stattzufinden. Bücher kann man auch im Exil schreiben, Bilder kann man auch in der inneren Emigration malen, Theater kann man nur machen oder nicht. (Dass Elfriede Jelinek ihre Stücke nicht mehr in Österreich aufführen lassen will, zeigt, dass ihr das Theater im Grunde wesensfremd ist.)

Nicht zufällig ist ausgerechnet das Burgtheater sozusagen zum geistigen


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