Scharf und kompromisslos

KULTURPROTEST. In den ersten Tagen nach der Regierungsbildung drohten vor allem ausländische Künstler, Österreich zu boykottieren. Mittlerweile ist Künstlern und Veranstaltern einiges eingefallen, um das Land vor kultureller Inzucht zu bewahren.

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Gerard Mortier geht, Luc Bondy bleibt; Sylvain Cambreling wollte gehen, bleibt nun aber - wenn auch nur unter Einschränkungen - doch; Simon Rattle will gerade in Zeiten wie diesen kommen, Jukka-Pekka Saraste auch, aber erst nach langen Diskussionen; Toni Stricker wurde in Frankreich aus, mehrere österreichische Regisseure von einem dänischen Filmfestival eigens eingeladen.

Nicht nur auf politischer Ebene wird im In- und Ausland auf die neue österreichische Regierung reagiert. Auch unter Kunstschaffenden aller Genres laufen derzeit heiße Diskussionen: Gehen oder bleiben? Unterstützen oder boykottieren? "Nicht bei denen" oder "Jetzt erst recht"? Wen auch immer man fragt: Darüber, dass reagiert werden soll, sind sich alle einig; business as usual soll es in Konzertsälen, Ausstellungshallen und Theatern nicht geben, solange mit der FPÖ eine Partei an der Bundesregierung beteiligt ist, die in breitem Konsens nicht nur für zumindest rechtsextrem und rassistisch, sondern auch für kunstfeindlich


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