Ende schlecht, alles gut?

FILM. Eine Retrospektive des Filmarchivs Austria widmet sich einem lang vernachlässigten Kapitel der heimischen Filmgeschichte: dem "unerwünschten Kino" der Dreißigerjahre.

Kultur | Brigitte Mayr und Michael Omasta | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Ein alter Lehnstuhl schlägt krachend aufs Straßenpflaster. Kästen, Geschirr, Hausrat folgen, lauthals macht ein Hausherr seinem Ärger über die säumigen Untermieter Luft und wirft ihr spärliches Mobiliar kurzerhand zum Fenster hinaus. Eva und ihr Großvater werden delogiert. Einfach vor die Tür gesetzt hat man sie, das elternlose Mädchen und ihren etwas schusseligen Verwandten: So muss das ungleiche Paar sich fortan als Straßenmusikanten durchs Leben schlagen - und Eva schließlich ein Junge werden.

Die Eingangssequenz von "Peter" (1934), einem der ersten unabhängig vom deutschen Markt produzierten Filme, mutet aus heutiger Sicht wie eine Metapher für die Ausnahmesituation an, in der sich das österreichische Filmschaffen Mitte der Dreißigerjahre befand. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland sahen sich Hunderte Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Autoren, Musiker, Librettisten, Ausstatter, Cutter und Produzenten jüdischer Herkunft gezwungen, fluchtartig


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