KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Von Subventionen abhängige, nicht marktorientierte Galerien und Initiativen hängen in der Luft: Ihr Weiterbestehen ist angesichts des fehlenden Bekenntnisses der neuen Regierung zur zeitgenössischen Kunst eher unwahrscheinlich. Räume für Experimente und Selbstorganisation von Künstlern sind in Gefahr.

Deborah Sengl kostümiert in der Galerie ARC eine Eule als Maulwurf und entwirft Tarnanzüge für Raubvögel. Die Ausstellung mit dem poetischen Titel "Der Vogel - als Räuber - ertarnt sich die begehrte Beute" zeigt eine Installation und Zeichnungen von Vögeln mit Verkleidungen. Diese ähneln zoologischen Studien, wo Tiere Opfer der Wissenschaft werden. Das Wechselspiel von Opfer- und Täterrolle wird hier ebenso thematisiert wie das Spiel mit Identitäten. Die humorvolle Arbeit erinnert auch an politische Wölfe im Schafspelz, die beispielsweise auf Wahlplakaten sämtlichen sozialen Gruppen gleichen wollen. Täuschung als Strategie ist so alltäglich wie skandalös.

4., Paniglgasse

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