Antonioni auf dem Athos

LITERATUR. Was Sie immer schon über Ikonenmalerei wissen wollten und nie zu fragen wagten - Gerhard Roth hat den Thriller dazu geschrieben.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Hätte Gerhard Roth einen Schlüsselroman geschrieben, Peter Marboe müsste rechtliche Schritte erwägen. Die Geschichte über "die Machenschaften eines Stadtrates", der am Bau eines Multiplex-Kinos kräftig mitverdient, ist freilich ebenso frei erfunden wie die Figur des Victor Gartner. Auch wenn Roth, wie er in einem Interview mit dem Standard bestätigt, ein langes Gespräch mit Alfred Worm geführt hat, weiß man nicht, welche Rechercheergebnisse der Autor in seinen jüngsten Roman hat einfließen lassen, weswegen wir nicht davon ausgehen dürfen, dass Worm einen IBM-Laptop Thinkpad, den Pocketcomputer Psion, einen Sony-UKW-Radio-Shortwaver und zwei verchromte Kugelschreiber der Marke Fisher-Space-Pen benutzt. Auch ob Gartners Gewohnheit, Telefonnummern verschlüsselt zu notieren und ständig das Aufnahmegerät laufen zu lassen, auf Österreichs pfeifenrauchenden Aufdecker zurückgeht, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Wenigstens eines wird aber unmissverständlich klar:


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