Herr Susi sucht das Glück

LITERATUR. "Herr Susi", der jüngste Roman von Thomas Glavinic, holt Arnold Schwarzenegger ins Grazer Stadion und verhilft dem Idiom der Rotzbuben zu literarischen Ehren.

Kultur | Klaus Kastberger | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Das neue Buch des 1972 geborenen und heute in Wien lebenden Thomas Glavinic ist von einem ganz anderen Kaliber als der vor zwei Jahren erschienene Debütroman. In "Carl Haffners Liebe zum Unentschieden" hatte Glavinic in einem vergleichsweise ruhigen Ton die Lebensgeschichte des österreichischen Schachgroßmeisters Karl Schlechter erzählt, der seinen Weltmeisterschaftskampf gegen den langjährigen Champion Emanuel Lasker auf Remis anlegte, aber aus Zögerlichkeit den greifbaren Erfolg vergab. Sein Leben endete tragisch: Weil er von niemandem Hilfe annehmen wollte, starb Schlechter an Unterernährung.

Mit Bescheidenheit und Aufrichtigkeit, die edel sind, aber in die Gosse führen, ist es im neuen Roman Schluss. "Herr Susi" ist ein rohes und barbarisches Buch mit einer barbarischen Hauptfigur: Herrn Susi, der eigentlich Georg Susacek heißt und in einer österreichischen Provinzhauptstadt lebt, hinter der - ungenannt, aber unverborgen - Graz steckt. Den Fans des lokalen Bundesligavereins


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige