TIER DER WOCHE: Un-Arten vs. Benimm


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Da ist sie, die "Kampäjn", die man - wie es Politiker ausdrücken würden - begrüßen kann. Also, guten Tag, Artenschutzkampagne. Der WWF stellt zwei Säugetierarten (Braunbär, Fischotter), sechs verschiedene Vögel (Großtrappe, Weißstorch, Habichtskauz, Seeadler, Raubwürger, Bartgeier), eine Insektengruppe (Libellen) und eine Pflanze, den Sonnentau, ins Scheinwerferlicht. Der Österreichische Naturschutzbund kontert mit einer Patenschaftsaktion und erhöht auf zwei Blumen (Schach- und Frühlingslichtblume), bringt eine Amphibie (Laubfrosch) ins Bewusstsein und forciert mit Luchs, Biber, Fischotter und Böhmerwaldschaf deutlich die Säugetiere. Nein, da will ich gar nicht herumwitzeln, denn gerade eben, zu Anfang dieses Jahres, hat sich der Pyrenäische Steinbock in die Ahnengalerie der ausgestorbenen europäischen Tiere eingereiht.

In den Siebzigerjahren versuchte man dem Artensterben durch Betonung der grundsätzlichen, ästhetischen Werte der Natur zu entgegnen. Hat nichts geholfen.

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