Der Terrorist als Symbol

Nachruf. Zum Tode des Franz Fuchs. Ein Nekrolog als Versuch des Verstehens.

Vorwort | Franz Zeder | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

In einem frühen Text, den er als methodologische Präambel zu der Möglichkeit, "in Österreich geistig" tätig zu sein, geschrieben hat, kommt Franz Schuh auch auf das Wesen des Terrorismus zu sprechen. "Der Terrorismus", dekretierte einer der hart gegeneinander gestellten Sätze im Jargon einer damals aktuellen Sozialphilosophie, "ist nichts als die praktisch gewordene, zur ,Einzelaktion' erstarrte Phrase der herrschenden Ideologie. Im Terrorismus bewährt sich das durch die bürgerlichen Schulen gegangene Idividuum bis zur Selbstaufhebung: Der bürgerliche Individualismus kulminiert in der abstrakten Existenzweise des Helden. Die Absicht ist die Erregung höllischer Aufmerksamkeit, aus Rache wegen ungerechter Benotung" (1978). Ich finde, das ist eine im Ansatz brauchbare Analyse der Motive, von denen Franz Fuchs getrieben wurde. Das Problem meines Schulkameraden waren tatsächlich "die Noten". Wobei die Noten erst dadurch ungerecht wurden, dass sie sich als ungedeckte Schecks erwiesen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige