"Haider bleibt ein Problem"

SPÖ. Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Häupl über die Fehler der SPÖ, grüne Koalitionsangebote, verbotene Phrasen und seine doppelte Identität.

Politik | Gerald John und Armin Thurnher | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Zwei Seelen wohnen derzeit in der Brust Michael Häupls: Einerseits trägt seine nicht eben unbedeutende Wiener Landesorganisation den scharfen SPÖ-Oppositionskurs gegen die schwarz-blaue Bundesregierung mit. Andererseits gilt es, die Banden zum VP-Koalitionspartner in Wien noch ein Weilchen aufrechtzuerhalten. Und auch parteiintern muss der studierte Biologe den Ausgleich suchen: Als Königsmacher bei der Kür des neuen Parteichefs Alfred Gusenbauer fiel ihm die heikle Aufgabe zu, einen Kompromiss zwischen den beiden von Caspar Einem und Karl Schlögl repräsentierten Parteiflügeln zu finden.

Falter: Herr Bürgermeister, deprimiert Sie die Lage der Nation?

Michael Häupl: Für einen Profi ist das keine Kategorie. Extreme Glücksgefühle löst das, was jetzt passiert, bei mir bestimmt nicht aus. Auf der anderen Seite: Ein alter Kämpfer weiß auch den Pulverschmauch über dem Schlachtfeld zu schätzen.

Die Gesellschaft repolitisiert sich, die Zivilgesellschaft formiert sich neu. Trifft das


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