Weniger Moral, mehr Politik

Wende. Die Philosophin Chantal Mouffe ist eine international ausgewiesene Kennerin der innenpolitischen Situation in Österreich. Ein Gespräch über die Lage der Nation, über die neue Verantwortung der europäischen Linken und die Zukunft der SPÖ.

Klaus Taschwer | Politik | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Eines der zentralen Forschungsthemen von Chantal Mouffe ist der neue Rechtspopulismus in Europa, und um die Dinge vor Ort zu untersuchen, verbrachte die belgisch-britische Theoretikerin im Vorjahr einige Monate in Wien. Der Hauptgrund für den Erfolg rechtspopulistischer Parteien wie der FPÖ besteht für Mouffe darin, dass links und rechts zunehmend ununterscheidbar wurden - konkret: dass sich in Österreich SPÖ und ÖVP in der politischen Mitte drängelten, was der FPÖ die Möglichkeit bot, sich als Alternative anzubieten. Nach ihrem Essay "Vorreiter Hinkebein" (Falter 45/99) nach den Wahlen nimmt sie nun zur neuen innen- und außenpolitischen Situation des Landes Stellung.

Falter: Wie schätzen Sie als politische Theoretikerin die gegenwärtige Lage Österreichs ein?

Chantal Mouffe: Ich halte die politische Situation in Österreich im Moment für äußerst interessant. Diese "Wiederkehr des Politischen" ist faszinierend und voll von Möglichkeiten - aber auch von Gefahren. Auf der einen

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