"Frauen liegen mir am Herzen"

Frauenpolitik. Kein eigenes Ministerium mehr, dafür eine schweigsame FPÖ-Sozialministerin, Kinderbetreuungsgeld und die gemeinsame Obsorge. Steht der Rückfall in ein "finsteres Macho-Mittelalter" bevor?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Nur für Frauen", steht auf dem rostigen Schild, das schief über der Tür hängt. Die junge Ägypterin findet das gut so. Sie rückt ihren Schleier zurecht und kichert: "Nur mit Frauen ist lustiger, und ich habe zwei Stunden Pause von meinem Mann." Sie sagt diese Sätze in passablem Deutsch, aber es soll noch besser werden, denn "die Lehrerin von meiner Tochter schreibt immer Sachen in das Mitteilungsheft, die ich nicht verstehe." Deshalb besucht die Ägypterin einen Deutschkurs bei Peregrina. Wie lange es diesen Kurs noch geben wird, weiß die 36-Jährige allerdings nicht, und auch die Kursleiterin, Irmgard Graf, kann ihr das nicht mit Sicherheit sagen.

Denn Peregrina, das neben Deutschkursen auch rechtliche und psychologische Beratung für Ausländerinnen anbietet, bangt um seinen Fortbestand. Bisher wurde die Wiener Frauenberatungsstelle vom Frauenministerium mit jährlich 300.000 Schilling unterstützt.

Geld aus einem Topf, für den Frauen- und Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer


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