Wienzeug

Politik | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Gitterbetten-Skandal Für Aufsehen sorgte vergangene Woche ein Bericht des Anti-Folter-Komitees des Europarats. Das Komitee soll "aufgedeckt" haben, dass Häftlinge inder Haftanstalt Wien-Josefstadt in Gitterkäfige gesperrt werden. Im Justizministerium gab man sich überrascht, der zuständige Sektionschef Michael Neider versicherte, dass die Betten nach Bekanntwerden dieses Missstandes sofort zersägt wurden. "Ich finde das entsetzlich und habe die Betten sofort verboten. Ich habe davon wirklich nichts gewusst." Vielleicht hätte man im Justizressort den Falter lesen sollen, um sich die peinliche Affäre zu ersparen: Im Mai 1998 berichtete der Falter (19/98) in einer Reportage ("Kleinstadt in Grau") über die Zustände im Grauen Haus. Wörtlich war zu lesen: Häftlinge, "die gegen die Hausordnung verstoßen, können bis zu vier Wochen Hausarrest in einer der gefürchteten Absonderungszellen im Erdgeschoß ausfassen (...)." Besonders "rabiate" Häftlinge "werden in winzige Gitterkäfige

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