Nicht füttern, nicht reizen!

ORF Beschuldigungen, Diffamierungen und Vorwürfe: Die FPÖ, angeführt vom telefonierfreudigen Ingenieur Westenthaler,attackiert hemmungslos den ORF. Hält dieser dem Druck stand?

Medien | Gerald John | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Die Nervosität im Saal war spürbar. Generalintendant Gerhard Weis hatte die ORF-Radiomacher zu einem Informationsabend ins Radio-Kulturhaus in der Argentinierstraße geladen. Thema war das mediale Trommelfeuer der FPÖ auf Berichterstattung und Redakteure des Staatsfunks in den letzten Tagen. Weis versuchte zu beruhigen: Niemand solle sich von den ständigen Interventionen beeindrucken lassen, Angst sei unangebracht. Doch dann ließ der Chef einen Satz fallen, der viele im Auditorium zutiefst irritierte: "Wer im Informationsbereich tätig ist und privat zu einer Antiregierungsdemo gehen will, muss sich um einen anderen Job umsehen."

Ein Zugeständnis des bisher fein säuberlich zwischen Rot und Schwarz austarierten ORF an die neuen Machthaber? "Keineswegs", argumentiert Weis: "Die Glaubwürdigkeit ist höchstes Gut des ORF. Wer bei Demos mitmarschiert, kann nicht mehr als unabhängiger und objektiver Journalist auftreten." Weis verbietet deshalb auch, über Termin und Ort der täglichen


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