Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Es ist ein Land, das viel zu lachen hat, ein Land der messerscharfen Komik, ein Land der treffsicheren Pointe. Das sonnige Bundesland, das sich zwischen Osttirol und der südlichen Steiermark auffaltet wie eine riesiges Lachen, ist die Heimat des Villacher Fasching. Eines Faschings, der seinesgleichen sucht im närrischen Treiben der Welt. Alljährlich wird dieser Fasching, der "Villacher Fasching", im Fernsehen gezeigt, ganz so wie es andere Kulturnationen mit den großen Emanationen ihrer Fasnächte tun. Der Villacher ist über die Jahrzehnte ja gerade zu "dem Fasching" geworden. Der Kärntner Humor avancierte zur polternden Verdichtung des gesamtösterreichischen. Wenn Österreich eine Nation ist, "donn is Kaantn lei scho longe aane". Das fernsehtaugliche Humorverständnis dieser kleinen Nation sieht schon in Steirern gefährliche Ausländer, versteht Frauen als parasitäre Halbmenschen und tritt Minderheiten nur in der Narrenkappe mit Witzen. Das Land unter der Führung des porschefarbenen Satyrs macht mir Angst. Wenn das der Humor der Kärntner ist, wie sieht dann ihr Ernst aus?


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