Kommentar: Von Kärnten lernen heißt siegen lernen

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Kärnten ist eigen. Kärnten ist anders. Und wir Wiener, wir werden, so erklärte mir dieser Tage ein Kärntner ironisch, würden die Kärntner ohnehin nie verstehen. In Kärnten aber, so mein Gesprächspartner, da sei Haider eben die "Normalität". Das ist nun erstens unerfreulich, zweitens logisch und drittens ist "Kärnten verstehen" eines meiner liebsten Langzeitprojekte.

Kurz vor Weihnachten geschah es in Klagenfurt zu Kärnten, dass der Dichter Gert Jonke mit dem Landeskulturpreis ausgezeichnet wurde. Der Geehrte musste wenige Minuten vor dem Festakt zu seiner nicht geringen Überraschung feststellen, dass ihm Landeshauptmann Haider nicht nur den Preis überreichen, sondern auch die Laudatio halten würde. Einigermaßen entsetzt - "Es war mir total peinlich" - lauschte der Dichter dem Lob des Landeshauptmannes, der ihn zu vereinnahmen trachtete, indem er dessen Unvereinnehmbarkeit hervorhob. Jonke ließ seine geplante Danksagung fallen und extemporierte eine poetische Rede, in der


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