Vereinigt im Nichtstun

Film. Nicht zuletzt dank brillanter Schauspielerleistungen ist "Rien a faire" ein überzeugender Film über die Liebe in Zeiten der Rezession.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Hauptsache korrekt. Es macht einen Unterschied, ob man wie Marie-Do arbeitslos oder wie Pierre nur vorübergehend ohne Anstellung ist. Das eine gilt als gesellschaftlicher Makel, das andere hat immer noch eine gewisse Klasse: Zumal in den Statistiken klingt "Manager ohne Anstellung" weit besser als "Langzeitarbeitslose". Und obwohl Marie-Do und Pierre früher in derselben Fabrik - einer Süßwarenmanufaktur - gearbeitet haben, wären sie einander unter normalen Umständen vermutlich nie begegnet.

Drehort des Films war, dem Abspann zufolge, der nordfranzösische Küstenort Bologne-sur-mer, aber "Rien a faire" könnte genausogut in Simmering, Steyr oder Spitz an der Donau spielen; zentraler Schauplatzist der Buffalo Grill, ein Supermarkt, dessen Dach ein überdimensioniertes Paar Longhorns ziert. Ebendort lernt die seit längerem arbeitslose Marie eines Septembertags den erst seit kurzem anstellungslosen Pierre kennen. Marie war in der Glasur, Pierre ein paar Etagen höher in der Produktentwicklung


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