Ein Herz so weiß

Fussball-Literatur. Javier Mar1'as philosophiert über Real Madrid und den FC Barcelona. Er könnte aber auch Rapid oder die Austria gemeint haben.

Kultur | Edgar Schütz | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Sein Glaubensbekenntnis hat Javier Mar1'as schon vor ein paar Jahren abgelegt, nur hat es keiner bemerkt. Der Romantitel "Mein Herz so weiß" mag ja ein Shakespeare-Zitat sein, in Wahrheit zeigte er aber an, für wen die Lebenspumpe des Autors schlägt: für Real Madrid. In 30 "Fußball-Stücken" führt Mar1'as nun in eine Fußballwelt, die Lichtjahre von Hanappi- oder Horr-Stadion entfernt liegt. Auch wenn mit den Ziffern 9 und 0 bereits alles gesagt ist, wird aber offensichtlich, dass die Sozialisation eines Fußballfans im Großen nicht viel anders verläuft als im Kleinen. Sammelte der 1951 geborene Javier einst Klebebilder von Di Stefano oder Puskas, tauschte man hierzulande etwas später eben einen Hans Krankl gegen zehn Karl Daxbachers.

Zwar mag die Rivalität zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona allein aus historisch-politischen Gründen eine andere Dimension haben als jene zwischen Rapidlern und Austrianern, so manch philosophisch angehauchter Diskurs ließe sich aber problemlos


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige