Nüchtern betrachtet: Kein Gemüse für den Prominentenfriseur

Kultur | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Am 24. Februar 2000 musste Niki Lauda das erste Mal in seinem Leben seine Schenkel auf die Seite drehen, um mir den Zugang zu meinem Sitzplatz zu erleichtern. Mit Sicherheit ist ihm diese Premiere entgangen, weswegen ich den neben mir sitzenden Sambal Oelek, der im Übrigen der einzige mir persönlich bekannte Halbiraker ist, auch sofort dazu anzustiften versuchte, Unfug mit dem laudaschen Kapperl zu treiben, ein Ansinnen, das von ihm, einem passionierten Sammler von Designermode und originalverpackten Vinyl-Alben mit weich gespültem Lulu-Jazz, brüsk zurückgewiesen wurde, vermutlich auch, weil ihn das Angebot ("Zwei Krügerln stehen") nicht besonders reizte. Oelek, der sich in dieser Woche bereits zum zweiten Mal in der Kurhalle Oberlaa, dieser Apotheose architektonischen Ostblockismus aus dem Z-Kugel-Zeitalter, aufhielt, war natürlich wieder in völlig ambienteinkompatiblem Outfit erschienen; dabei war seine teildevastierte Yamamoto-Jacke noch immer unauffälliger als das mit Barthaaren


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