Nelken oder Orchideen

Opernball.. Am Donnerstag wird in der Staatsoper wieder geballt. Ist der Opernball der einzig wahre "Ball des schlechten Geschmack's", ein Bonzentreffen oder - nach dem Boykott internationaler Prominenz aus Politik und Kultur - einfach nur eine stinkfade, altmodische Angelegenheit?

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 09/00 vom 01.03.2000

Sicher werde ich nicht einer Regierung ins Gesicht schauen, die im Dreivierteltakt so tut, als wäre nichts", sagt Gery Keszler. Zum ersten Mal seit 17 Jahren wird der Life-Ball-Organisator dieses Jahr nicht auf den Opernball gehen und stattdessen den Rosenball im U4 besuchen. Obwohl Keszler mit seinem Staatsball-Boykott nicht alleine dasteht, ist die exklusive Veranstaltung ausverkauft - Promis und Wirtschaftstreibende lassen sich nicht vom Walzern abhalten.

Wenn sich Donnerstagabend in der Staatsoper 15.000 portugiesische Orchideen, 6400 Menschen in Abendgarderobe und schätzungsweise genauso viele Würstln einfinden, um auf ihre Art Spaß miteinander zu haben, dann ist das angeblich ein ganz neues Opernball-Konzept. Unter der Leitung von Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler und Opernchef Ioan Hollender sollte die angegraute Ballinstitution ein neues Image bekommen. Doch vom Künstlerball mit Europa-Bezug blieb nach Österreichs Regierungswechsel und dem damit verbundenen europäischen Boykott


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