Raben statt Falken

ÖVP. Der Wiener Vizebürgermeister und ÖVP-Chef Bernhard Görg über blaue Minister und rot-grüne Flirts, bunte Vögel und schwarze Raben, wann er zurücktritt und wann er austritt.

Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | Politik | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Bernhard Görg ist kein Outlaw. Sagt er. Auch wenn er derzeit ziemlich alleine dasteht. Im ÖVP-Bundesparteivorstand war er der Einzige, der sich offen gegen den Pakt mit der FPÖ aufgelehnt hat. Und sein Koalitionspartner im Wiener Rathaus kommt ihm langsam abhanden. Im Falter-Interview machte Grünen-Chef Christoph Chorherr dem Bürgermeister einen rot-grünen Antrag. Michael Häupl ziert sich zwar noch, flirtet aber heftig zurück. Seit Weihnachten liegt die Wiener ÖVP in den Umfragen auf Platz 4, was Görgs Stand als Parteichef nicht gerade verbessert.

Falter: Herr Vizebürgermeister, fühlen Sie sich einsam?

Bernhard Görg: Das ist keine Frage, dass ich innerhalb der Führungsgremien der Volkspartei etwas einsam bin, aber ich fühle mich in guter Gesellschaft mit vielen Österreichern.

EU-Kommissar Franz Fischler hat schon definiert, bei welchem Szenario er aus der ÖVP austreten würde. Wann treten Sie aus?

Das war völlig inadäquat. Fischler will austreten, wenn es Menschenrechtsverletzungen

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