"Zu wenig deutsch-national"

Justiz. Der langjährige Haus-und-Hof-Anwalt der FPÖ, Dieter Böhmdorfer (56), löst Kurzzeitregierungsmitglied Michael Krüger als Justizminister ab. Was bedeutet der Wechsel fürs Justizressort? Der "Falter" hörte sich bei Böhmdorfers Berufskollegen um.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Als "Haiders Mann fürs juristisch Grobe" hat Haiders Vorgänger an der FP-Spitze, Norbert Steger, Böhmdorfer einmal bezeichnet. Der Wiener Rechtsanwalt, der Haider 1986 bei der Kampfabstimmung am Innsbrucker Parteitag unterlag, stellt Böhmdorfer auch zum Amtsantritt als Justizminister kein gutes Zeugnis aus. Er legt allerdings darauf wert, dass er seine Einschätzungen "als ehemaliger Politiker und nicht als Rechtsanwalt trifft". "Ich halte Böhmdorfer zwar für einen gescheiten, aber kompromissunfähigen Politiker. Was immer er politisch anpacken wird, der Mann kennt nur Schwarz oder Weiß", glaubt Steger. Daher die düstere Prognose des ehemaligen FPÖ-Obmannes: "Wie Krüger wird auch Böhmdorfer nicht lange Minister bleiben. Ich halte es sogar für möglich, dass die schwarz-blaue Koalition an seiner Person zerbricht. Nicht zuletzt deshalb, weil Böhmdorfer schon unter Friedrich Peter (FPÖ-Chef von 1958 bis 1978, Anm.) nicht Parteimitglied werden wollte: Die Partei war ihm zu wenig


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