"Keine Kosmetik"

Frauentag. Die neuen Frauenseiten der "Standard"-Homepage gehen online. Und die feministische Zeitschrift an.schläge präsentiert sich runderneuert.

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Keine Mode, keine Kosmetik", sagt Gerlinde Hinterleitner, die Chefin des Online-Standard, bestimmt. "Das wollten wir ganz bewusst vermeiden." Am 8. März, dem internationalen Frauentag, stellt der Standard eigene Frauen-Internetseiten ins Netz: www.diestandard.at. Dort findet man eben keine Schminktipps, sondern Kommentare, Links zu Wissenschaftsseiten über Frauenforschung und Veranstaltungstipps von der Selbsterfahrungsgruppe für essgestörte Mädchen bis zur Börseführung für Frauen. Außerdem sollen durchschnittlich 30 aktuelle Meldungen zur Frauenpolitik abrufbar sein. Im Probebetrieb bekam vor allem Sozialministerin Elisabeth Sickl, bei der die Frauenagenden neuerdings ressortieren, ihr Fett ab.

Für diese erste tagesaktuelle Website für Frauen im deutschsprachigen Raum wurden keine zusätzlichen Mitarbeiterinnen rekrutiert: Onlineredakteurinnen, Grafikerinnen und auch Printjournalistinnen wie Lydia Nynz, Irene Jancsy und Eva Linsinger arbeiten freiwillig - und vorerst noch unbezahlt - mit. "Männer sind aber auch willkommen", meint Hinterleitner.

Im Gegensatz zum feministischen Monatsmagazin an.schläge, das Männer höchstens lesen dürfen. Die an.schläge präsentieren sich ebenfalls am 8. März im neuen Layout und mit neuen Inhalten: Im "forum.wissenschaft" werden feministische Diplomarbeiten vorgestellt, in der "grau.zone" geht es ums Altern und beim "heim.spiel" um den Alltag einer berufstätigen Mutter.

Die an.schläge machen sich außerdem um zwei Zentimeter breiter. Wohl auch, um mehr aufzufallen, denn der Fortbestand der 17 Jahre alten Zeitschrift ist keineswegs gesichert: Für das heurige Jahr gibt es noch keine Subventionszusage vom nunmehr zuständigen Sozialministerium. Und ob das Magazin diese von der freiheitlichen Ministerin noch bekommen wird, ist ungewiss. Haben die an.schläge doch das Bilderverbot noch um ein Schreib- und Interview-Verbot erweitert. FPÖ-Politikerinnen kommen dort nicht zu Wort.


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