Suche nach Einfachheit

Film. In knapp zwei Dutzend Filmen war der heute 80-jährige Eric Rohmer stets um Leichtigkeit, Konkretheit und Authentizität bemüht. Eine umfassende Retrospektive würdigt das Werk des letzten großen Kinoamateurs.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Und immer noch keine Sylvie am Horizont. Ging sie mir aus dem Weg? Warum um Himmels willen? War sie auf dem Land, krank, tot, verheiratet?

Barbet Schroeder, der junge Mann in "Die Bäckerin von Monceau" (1962), dem ersten Film aus Eric Rohmers erstem Filmzyklus ("Sechs moralische Erzählungen"), macht sich so seine Gedanken.

In einer Mischung aus Interesse und Langeweile hat er sich auf die Suche nach der jungen Sylvie gemacht, die er wieder aus den Augen verloren hat, nachdem er sie beinahe umgerannt hat. In einer Mischung aus Langeweile und Interesse pirscht er sich also an eine junge Aushilfskraft in der nahe gelegenen Bäckerei heran und kauft Tag für Tag ein Keks, das ihm nicht mal schmeckt. Am Schluss, als er sich zum ersten Mal mit der Bäckerin verabredet hat, taucht Sylvie - wie aus dem Nichts - erneut auf. Sie hat sich den Knöchel verstaucht und musste das Bett hüten. Im Übrigen, eröffnet sie ihrem jungen Verehrer, wohne sie gleich vis-a-vis der Bäckerei und habe jeden seiner


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