Menschen mitten im Spaß

Literatur. Mit ihrem jüngsten Buch "Irres Wetter" ist Kathrin Röggla mit viel (Sprach-)Witz dem Zeitgeist hinterher, ohne in die Zeitgeistfalle zu tappen.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Der Papierform nach ist Kathrin Röggla so ziemlich genau das, was deutschsprachige Literaturverlage heutzutage brauchen: eine Autorin unter 30, die im vor Business und Bedeutung brummenden Berlin lebt und auch keinerlei Scheu zeigt, die Zumutungen der Zeitgenossenschaft auf sich zu nehmen. Junge, urbane Literatur, die sich der Gegenwart aus der Sicht der eigenen Generation annimmt - was will man mehr?

Zwar beginnt Rögglas jüngstes, mittlerweile drittes Buch (alle sind im Residenz Verlag erschienen) gleich mit der "Love Parade", was ja schon mal vollen Gegenwartsbezug signalisiert; dass sich die Autorin freilich nicht als Sprecherin einer wie auch immer benannten Generation geriert, um ungebrochen deren angebliches "Lebensgefühl" zu artikulieren, wird schnell klar: "sektflaschen, t-shirts, trillerpfeifen, wasserpistolen - (...) rund um uns gruppen von menschen, die ansonsten aufsicht feiern, lassen heute gewaltig aus, lassen heute gewaltig die hosen runter, gehen dabei immer von vorne


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