Bücher für die Badewanne

Krimis. Waren Schundheftln einst der Gottseibeiuns pädagogisch ambitionierter Eltern, so ist Schund aller Art mittlerweile salonund kultfähig geworden. Aber auch zwischen Schund und Schund gibt es feine Unterschiede.

Christoph Braendle | Kultur | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Schund ist in, Schund ist da, tralala! Edgar Wallace ziert die Auslagen der Buchhandlungen, J. Baumwolle lässt sich im deutschen Feuilleton feiern, Kommissar Wilton und Kommissar X avancieren zu Kultfiguren jener Intellektuellen, die noch vor kurzem geschworen hätten, diese Blättchen nicht einmal mit der Feuerzange anzugreifen. "Diese Verklärung", sagt die Nachbarin, "ist ganz jenseits meiner Bedürfnisse und Empfindungen. Ich bin", erklärt sie, "nach dem Krieg im tiefsten Unterkärnten auf einem Bauernhof aufgewachsen. Außer einem slowenischen Gebetbuch gab es bei uns nichts. In der Hauptschule habe ich mir die Akim- und Prinz-Eisenherz-Hefterln zum Lesen ausgeborgt und alles, was mir sonst in die Hände gekommen ist. Herzschmerzgschichtln. Krimis. Ich habe mit Schundheftln lesen gelernt, sie boten Reise- und Milieubeschreibungen zu Zeiten, wo weder Reisen noch Fernseher Selbstverständlichkeiten waren."

"Bei mir", erzähle ich der Nachbarin, "war es umgekehrt. Ich bin in einer humanistischen

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