Nüchtern betrachtet: Begegnung mit dem Bundeskanzler

Kultur | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Kurz nachdem ich meinem Freund, dem Sozialdemokraten, mitgeteilt hatte, einen Beitritt zu erwägen, und damit auf ein wohlwollendes "Hallo" gestoßen war, traf ich den Bundeskanzler in einem völlig indiskutablen Herrenmodengeschäft (wo sonst?) in der Nähe des Westbahnhofs. Er wollte mich auf einen Zeitungsartikel aufmerksam machen, dessen Inhalt ich vergessen habe. Unser Gespräch fand dann in Salzburg seine Fortsetzung, und ich musste feststellen, dass wir bezüglich des krassen Gegensatzes zwischen der Schönheit dieser Stadt und ihrem eklatanten Mangel an Charme einer Meinung waren.

Auch war mir noch nie aufgefallen, dass der Kanzler so viele Sommersprossen hat - vor allem auf der Stirne, die nicht zu knapp mit Schweiß betaut war. Schließlich zog der Kanzler einen absurd kurzen Stift, der eigens für ihn angefertigt worden war, um ein Gebrechen seiner Schreibhand zu korrigieren, und während die Sozialministerin, die plötzlich in das Lokal, in dem wir uns mittlerweile befanden,


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