Stadtrand

Stadtleben | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Girlanden des Bösen Früher, als wir noch klein waren, hat es Spaß gemacht. Da war der Fasching die Zeit unschuldiger Fröhlichkeit. Geblieben ist davon nur die schöne Erinnerung daran, wie man als Darth Vader das fade Faschingsfest im Kindergarten mit dem Laser-Schwert aufgemischt hat. Oder nach Unmengen von Krapfen speiben musste. Mittlerweile nervt der Fasching. Man kann ihm nicht entkommen, monatelang. Damit, dass man im Supermarkt mit lustigen Konfetti und Papiergirlanden bombardiert wird, muss man ja noch rechnen. Auch, dass jeder Drogeriegroßmarkt mit öliger Faschingsschminke unschuldige Kinder verunstalten will. Aber die nette ältere Greißlerin in Hernals hätte sich die sehr bunte Faschingsdekoration in dem Geschäft wirklich sparen können. "Die Leut erwarten das im Fasching", meint sie achselzuckend. Na gut. Aber die lustigen Faschingsgirlanden, die ahnungslose Hobbyastronomen bis in den Vortragssaal auf der Kuffner Sternwarte verfolgen, hat keiner erwartet. Und gefährlich sind diese Girlanden auch noch. "Nur Dekoration mit dem ,B1 - schwer brennbar'-Vermerk ist unbedenklich", hat ein Brandschutz-Experte schon im Wissensmagazin "Willkommen Österreich" gewarnt. Schön, dass uns der Aschermittwoch von den bösen Girlanden endlich erlöst. J. O.


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