Das Fremde in Stadlau

Exotische Nachbarn. Mitten in Stadlau steht ein Sikh-Tempel. Das ist manchem Anrainer ein Dorn im Auge. Dabei wissen die meisten Donaustädter nicht viel über diese Glaubensgemeinschaft.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 10/00 vom 08.03.2000

Barfuß steht Manjit Singh vor seinem Tempel mitten in der Donaustadt. Dass es erst ein paar Grad über null hat, stört ihn nicht wirklich. "Wir sind es gewohnt, rund ums Gotteshaus keine Schuhe zu tragen", erklärt Manjit. Sein blauer Turban fällt hier in der tiefsten Stadlauer Vorstadt noch immer auf. Und das, obwohl das schlichte weiß-blaue Gebäude in der Langobardenstraße 47 schon seit sieben Jahren Wiens einzigen Sikh-Tempel beheimatet.

Mit dem Eintritt in den Tempel lässt man die kleinbürgerliche Donaustadt hinter sich und befindet sich in der Welt der Sikh. Eine Welt, die ihre eigenen Regeln hat. "Bitte jetzt die Schuhe ausziehen und den Kopf bedecken", meint Manjit leise, um den Gottesdienst nicht zu stören. Ein paar Meter weiter knien Männer, Frauen und Kinder unter einem Vordach. Sie haben keinen Platz mehr im überfüllten Gebetsraum gefunden.

Etwa 300 Menschen sind an diesem Sonntag wie an jedem Wochenende in den Tempel gekommen, der einem Farbenmeer aus Orange-, Gelb-


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