Dolm der Woche: Elisabeth Sickl

Politik | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Elisabeth Sickl ist wenigstens ehrlich. Wenn sie etwas nicht weiß, dann gibt sie das zu. Sie ist keine Blenderin, sie tut nicht so, als ob. Wochenlang verweigerte die Generationenministerin, deren Qualifikation für das Schlüsselressort Jörg Haider mit "ehemalige HAK-Direktorin" umriss, Fragen zu Sachthemen. Aus gutem Grund: Pensions- und Sozialversicherungsrecht sind schwere Brocken. In ihrem ersten Interview als Frauenministerin erwischte sie der Standard nun auch auf diesem Gebiet "auf dem falschen Fuß". Gleichbehandlungsgesetz? Keine Ahnung, "überfragt". Beweislastumkehr bei sexueller Belästigung? "Wie meinen Sie das jetzt genau?" Immerhin: Sickl sprach sich für die Beweislastumkehr aus. Oder sagte einfach nur, aus Verzweiflung über die vielen schweren Fragen, ja. Wenn sie uns aber beschämen und dieses Gesetz doch gegen den Willen ihrer Partei und des Koalitionspartners durchbringen sollte, dann machen wir sie zum Hero. Versprochen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige