Ein Grund namens Beethoven

Mauthausen: Mit dem Philharmoniker-Konzert bei den Gedenkfeierlichkeiten in Mauthausen scheint die Republik eine Symbolpolitik etablieren zu wollen: Ein großes Konzert lässt sich als Staatsakt besser darstellen als die Einleitung längst nötiger Reformen.

Politik | Bertrand Perz | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Im Dezember 1996 beschlossen die Wiener Philharmoniker, Anfang Mai 2000 im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen zu konzertieren. Das von Leon Zelman initiierte Konzert erhielt den Projektnamen "Mauthausen 2000". Unter der Leitung von Sir Simon Rattle soll im Steinbruch Beethovens Neunte dargebracht werden. Geplant wurde das Event als Staatsakt unter der Leitung des für Mauthausen zuständigen Bundesministeriums für Inneres.

Vor wenigen Tagen entwickelte sich vor dem Hintergrund des Regierungswechsels eine Diskussion über das Projekt. Mittlerweile distanziert sich die Vereinigung ehemaliger Häftlinge, die schon zuvor die Regierung von der jährlichen Befreiungsfeier ausgeladen hatte. Die Debatte dreht sich vor allem um den angemessenen Umgang mit Mauthausen. Ein KZ-Steinbruch sei kein Konzertsaal, so Marta S. Halpert im Standard, so auch die Kritik von Staatsoperndirektor Ioan Holender.

Der Initiator und ehemalige KZ-Häftling Leon Zelman versucht, die Veranstaltung zu retten, indem


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