Hinterholz 18

Bezirke: Unter dem Währinger Schubertpark soll eine Garage gebaut werden. Die Arbeiter könnten dabei auf Massen von Knochen und Särgen stoßen.

Politik | Gerald John | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Ludwig van Beethoven wurde längst ausgebuddelt. Johann Nestroy ist bereits übersiedelt. Und auch der Namensgeber der kleinen Grünoase liegt schon lange nicht mehr in der kühlen Währinger Erd'. Der Schubertpark auf dem Areal eines aufgelassenen Friedhofes im 18. Bezirk scheint ein ganz normales Wiener Naturrefugium zu sein, in dem alte Frauen Tauben füttern und Kinder herumtollen. Demnächst soll darunter eine Garage gebaut werden. Auch nichts Ungewöhnliches.

Den Bauarbeitern drohen allerdings makabre Erlebnisse. Wenn die Bagger in naher Zukunft ihre Schaufeln in die Erde rammen, könnten sie zahlreiche Gebeine und Särge ans Tageslicht befördern. Denn bei Auflassung des ehemaligen Nobelfriedhofes, Ende des 19. Jahrhunderts, wurden die sterblichen Überreste der prominenten Begrabenen zwar fein säuberlich in andere Ruhestätten verfrachtet. Beim gemeinen Volk war die Gemeinde offenbar aber nicht so sorgfältig. Historische Quellen sprechen von insgesamt bis zu 20.000 Beerdigungen


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