Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

"Zur Sache" ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Einst hatte der an Durchsetzungskraft nicht gerade darbende Peter Rabl das Moderatorenhandtuch geworfen. Unausgesprochen lagen Vorwürfe im Äther, ein Zeitungsherausgeber könne nicht glaubhaft den unabhängigen Gesprächsleiter geben. Trotz dieser Gerüchte verbiss sich die Redaktion in das Konzept, die "Zur Sache"-Moderatoren innerhalb der überschaubaren Szene österreichischer Chefredakteure zu requirieren. Und tapste in die Falle, dass gut schreiben und gut Redaktionen leiten nicht automatisch mit der Fähigkeit, gut "Zur Sache" zu moderieren, korreliert. Selbst ein Titan der Schüchternheit wie Hermes Phettberg vermag eine Runde notorischer Interessenvertreter besser zu bändigen als ein scharfzüngiger, aber im bürgerlichen Kniggegestrüpp zappelnder Ronald Barazon. Die journalistische Kompetenz Margit Czöppans wiederum ging erst jüngst vor Westenthaler/Khol-Eildepeschen ein wie ein Wollpullover im Kochwaschgang. Die Zeit ist reif für eine Wiederbelebung des "Club 2", der Mutter aller Talks. An den Kosten für eine neue Ledergarnitur kann es doch wohl nicht liegen.


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