Kommentar: Was soll das Schauspielhaus?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Unglaublich, aber wahr: An einem Wiener Theater wird demnächst eine leitende Stelle frei. Wie es aussieht, ist der Chefposten am Wiener Schauspielhaus mit September 2001 vakant. Zwar hat der amtierende Direktor Hans Gratzer von Stadtrat Marboe die Zusage erhalten, dass die Spielzeit 2000/01, in der im Schauspielhaus hauptsächlich Musiktheater stattfinden soll, finanziert wird. Marboe hat aber auch klargestellt, dass eine dauerhafte "Umwidmung" des Hauses nicht in Frage kommt (siehe den Bericht auf Seite 62).

Auf diese Weise ergibt sich eine in der jüngeren Wiener Theatergeschichte ziemlich einzigartige Situation: Die Stadt wird sich um einen künstlerischen Leiter für ein so genanntes "Privattheater" umsehen müssen; vermutlich wird die Stelle sogar ausgeschrieben. Wer es in der Wiener Theaterszene einmal geschafft hat, in einem eigenen Haus sesshaft zu werden, ist - schon aus rechtlichen Gründen - nur schwer wieder rauszubekommen. Die Leiter der Klein- und Mittelbühnen haben unbefristete


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