Das große Runterladen

Electronica: Der DJ als Leitfigur eines gegenwartsbeflissenen Kunstbetriebs ist in die Jahre gekommen. Der Künstler der Stunde pendelt heute zwischen Clubraum, Galerie und Büro. Und die Ausstellung "Sounds & Files" gibt Anlass, über den gegenwärtigen Stand einer grenz- und genreüberschreitenden Electronic-Kultur nachzudenken.

Kultur | Mathias Dusini | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Electronica, das war 1995 für den britischen Musikjournalisten Rob Young eine "neue, urbane Musik". Unter anderem hatte er die Festivals "phonotaktik" in Wien und "Sonar" in Barcelona besucht, wo sich Künstler und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Szenen zusammengefunden hatten. Club-DJs, Industrial-Veteranen, Drum'n'Bass-Produzenten und Jazzimprovisateure standen friedlich nebeneinander im Kabelsalat und machten den Eindruck, als wären sie intensiv mit sich und ihren Geräten beschäftigt. Sampling war das leicht veraltete Wort der Stunde, das damals - auf die düsteren Medienvisionen postmoderner Philosophen folgend - von Klangbastlern erst richtig mit Leben erfüllt wurde. Dieses Leben klang damals mitunter ziemlich matt. Mit dem Insidervorsprung des Subkulturwissens wurde suggeriert: "Auch wenns mitunter ein bisschen fad klingt, läuft hier ein tolles Ding ab, von dem ihr noch keine Ahnung habt."

Hacker-Ethos & Konzertsaal Das gewohnte "Krrrrk" und "Tschrsch" bekam auch jene


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