Streifenweise

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Es ist schon kurios. Während Programmmacher und Fernsehkritiker landauf und landab nichts Besseres zu tun haben, als einander mit mehr oder weniger scharfsinnigen Kommentaren über "Big Brother" und die Folgen zu überbieten, bleibt es einem kleinen Wiener Programmkino vorbehalten, eine der wenigen tatsächlich bahnbrechenden Fernseharbeiten der letzten Jahre aufzuführen. Die Rede ist von "An American Love Story", einer groß angelegten, neunstündigen Familiensaga der amerikanischen Regisseurin Jennifer Fox. Im Mittelpunkt dieses dokumentarischen Epos stehen ein unschön so genanntes mixed couple, Karen Wilson und Bill Sims aus New York, seit über zwanzig Jahren miteinander verheiratet, sowie ihre beiden Töchter Cicily und Chaney. Mit Liebe zum Detail beschreibt Regisseurin Fox, die während der mehrmonatigen Dreharbeiten mit ihnen unter einem Dach lebte, den ganz normalen Alltag dieser, von ihrer Umwelt oftmals angefeindeten, Familie. (Am 21. und 22.3., jeweils 18-22.30 Uhr, im Filmhaus Stöbergasse, OmU.)

Unter dem Titel "Europa, Europa" und der Präsidentschaft des spanischen Autors Jorge Semprun findet anlässlich des "Globalen Tages gegen Rassismus" heuer erstmals auch ein Film-Festival statt. An sechs europäischen Schauplätzen gleichzeitig, so auch in Wien, kommen ebenso viele Filme zur Vorführung, anhand deren via Live-Satellitenschaltung über ganz Europa hinweg über die virulenten Probleme von Xenophobie und Rassismus diskutiert werden kann. Unter den gezeigten Filmen: "My Beautiful Laundrette" (Stephen Frears), "Vivre au paradis" (Bourlem Guerdjou) und "La Promesse" (Jean-Pierre und Luc Dardenne). Schirmherr der Aktion in Österreich ist Michael Haneke. (Am 21. und 22.3., jeweils 10-20.30 Uhr, im Filmcasino. Eintritt frei!)


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