This time it's football

Film: Der Ball ist oval: Über das Propaganda-Kino des Oliver Stone und seinen neuen Film "Any Given Sunday".

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Obwohl einem seine Filme ganz schön auf die Nerven gehen können, ist Oliver Stone im Prinzip ein Genie. Wenigstens im Mainstreamkino gibt es derzeit kaum einen Regisseur, der auf der großen Bilderorgel Kino so virtuos spielt wie Stone. Dazu kommt: Anders als die meisten seiner Kollegen hat Stone etwas zu sagen. Der Mann hat eine Botschaft, und die wird dem Publikum nach allen Regeln der Kunst eingebläut: Krieg ist Wahnsinn! JFK wurde vom CIA ermordet! Medien sind böse! Und Stone-Filme sind Propaganda-Filme - wogegen im Prinzip nichts einzuwenden wäre.

Auch dass die Botschaften, die Stone in seinen Filmen propagiert, meist sagenhaft banal sind, ließe man sich unter Umständen noch gefallen. Was an seinen Filmen so nervt, ist der Umstand, dass Stone den eigenen Bildern nicht traut. Als ob seine suggestiven Bildkompositionen eine Gebrauchsanweisung nötig hätten, wird die Botschaft im Dialog sicherheitshalber doppelt und dreifach unterstrichen. In "Natural Born Killers" etwa findet


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