Alles, was rot ist

Film: Mit "Victor" hat Sandrine Veysset einen eigenartig störrischen Film über einen verstörten Buben gemacht.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Wir mussten uns begegnen," wird Triche im Laufe des Films einmal zu Victor sagen und ihre Begegnung mit einem Zusammenprall vergleichen. Das erste Aufeinandertreffen der beiden verläuft freilich eher nach dem Muster "Wie-bestellt-und-nicht-abgeholt". Mick bringt den im Ringelspiel ohnmächtig gewordenen Victor zu seiner Freundin Triche, um ihn dort fluchtartig zurückzulassen. Als Triche später wieder nach Hause kommt und Victor unter dem Tisch entdeckt, meint sie: "Scheiße, ich hab auf dich vergessen."

Es ist also nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, der die beiden Protagonisten aus Sandrine Veyssets nach "Gibt es zu Weihnachten Schnee?" zweitem Spielfilm miteinander verbindet. "Victor ... Pendant qu'il est trop tard" lautet der volle Titel, dessen zweiter Teil - zu Deutsch: "Solange es zu spät ist" - am Ende im Text eines ziemlich ungebrochen tiefsinnigen Chansons wiederkehrt. Er formuliert ein Paradoxon, das sich auch auf Triche, Victor und Mick beziehen lässt; eigentlich ist

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