Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Nennen wir es die Tschechow-Hürde: Die Handlung steht mehr oder minder still, man redet und wartet. Wer in solch einer Situation darauf vertraut, dass ihn die Geschichte ohnehin sicher ins Ziel bringt, kommt zu Ergebnissen, die ungefähr so "spannend" sind wie "Big Brother" auf RTL2: Leute, noch langweiliger als man selbst. "Hallstatt" im Theater Brett ist dramaturgisch ein exotisches Stück. Es führt in jene Zeit, als Theater gerne einen doppelten Boden hatte, mit Parabel, Theater im Theater und symbolischer Überhöhung arbeitete. Der slowenische Autor Drago Jancar lässt fünf Personen einen Autor (Pirandello?) suchen und doch nur eine dunkle Vergangenheit finden. Wie durch Geisterhand landen sie in einem Bergwerksschacht, um nach Knochen zu graben, die natürlich nicht aus der Hallstattkultur stammen. Als Zuschauer weiß man das in der ersten Minute, während die Schauspieler Stunde um Stunde im Dunklen tappen. Bleibt nur die Hoffnung auf Eskalation: Der angelegte Geschlechter- und


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