Stadtrand

Stadtleben | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Borto is back!

Es soll Stadtmenschen geben, die in der Lage sind, ganzjährig Eis zu verzehren. Doch die Mehrheit steigt vermutlich im Herbst von Gefrorenem auf Gebratenes um: Maroni und Kartoffeln in Papier. Außerdem ist gutes Eis im Winter schwer aufzutreiben; spätestens Ende Oktober mutieren schließlich die meisten Wiener Eissalons zu Wollmützen- und Schalboutiquen (und an Wollschals zu lecken ist nur was für Fetischisten). Der Winter schmeckt nun mal nach verbrannten Kastanienschalen und nicht nach Malaga, Fiocco oder "Weißem Kuss". Seit ein paar Wochen muss man Schals und Mützen wieder im Kleidergeschäft kaufen: Die Eismacher sind nach Wien zurückgekehrt. Und Pessimisten können erleichtert aufatmen, da die italienischen Konditoren das Land scheinbar nicht boykottieren.

Dafür haben sich die Bortolottis dieser Stadt neue Sorten, neue Torten, neue Einrichtungen und Kreationen für ihre Salons ausgedacht - und bereits in der ersten Borto-Stunde vergangenen Samstag war es echt schwer, einen Sitzplatz zu bekommen. Wer ausschließlich auf Tichy-Eis abfährt, musste sich etwas länger in Geduld üben und weiterhin den Maronis beim Braten zusehen. Doch diesen Freitag sperrt auch der Eissalon am Reumannplatz auf. Endlich. Sommer. C. W.


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