Comandantina Dusilova

Stadtleben | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Die kleinen Löte Langsam gehts ans Eingemachte! Die Generation der Nachkriegspolitiker, allesamt Diktatoren der Gemütlichkeit, sprach zu uns noch als "liebe Östarreicherinnen und Östarreicher". Mit dieser Anrede wurden Saatgutmessen, Rodelweltmeisterschaften und nationale Klapprad-Wandertage eröffnet. Der Redebeginn "liebe Österreicherinnen und Österreicher" hatte wenigstens semantisch mit Liebe zu tun, in ihm schwang das große historische Etwas mit. Zu solch butterweicher Diktion griffen heute nicht einmal mehr Landpfarrer. "Ich sage euch", heißt das heute. Oder: "Ich werde nicht schweigen." Mit "das sage ich euch" werden Jahn-Turnhallen ideologisch beschickt. Sätze wie "ich sage euch" sind geeignet, die Fähnchen der Verführten nach dem Wind des Führers auszurichten. Kleine Löte können sich bekanntlicherweise alleine von Bier und Hoffnung ernähren. Im Bewusstsein, dass der Chef eigentlich auch einer mit Bier und Hoffnung ist, darfs schon auch ein bissl Porsche sein, ein bissl Hubschrauberfliegen, ein bissl in Kanada im Luxushotel liegen. Kleine Löte neiden eher dem Asylanten den Gratisbleistift als dem Chef einen ganzen Wald. Denn der Chef, das ist einer von uns, mit einer schneidigen Pappen, ein Demokrat und Biertrinker. www.geocities.com/Pentagon/4404


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