Eine Frage des Prinzips

Leben ohne Auto: Von den Anrainern werden sie misstrauisch beobachtet. Manche halten sie für realitätsferne Idealisten. Und für die Grünen sind sie Hoffnungsträger: Die Bewohner der ersten autofreien Siedlung Wiens in Floridsdorf leben ohne eigenes Auto, dafür mit viel Selbstverwaltung.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Alles Verrückte." Der alte Mann steht kopfschüttelnd vor dem Eingang Nordmanngasse 25-27 und beäugt die neue Floridsdorfer Siedlung. Misstrauisch. "Als Anrainer wundert man sich halt, wenn plötzlich Hunderte Leut da einziehen - ohne Autos und Garage, nur mit Fahrradln", meint er, während sein Terrier ungeduldig an der Leine zerrt. "Weil wenn die sich dann alle doch a Auto kaufen, verparkens uns den Bezirk."

Erst seit wenigen Wochen ist die autofreie Mustersiedlung im Bereich Nordmanngasse/Fultonstraße/Donaufelder Straße bewohnt und schon sorgt das Projekt für Aufsehen in Floridsdorf. Gerade hier am Stadtrand, wo der eigene Pkw als Selbstverständlichkeit gilt, wundern sich viele Anrainer über diese neue Form des Wohnens, bei der sich die Mieter vertraglich verpflichten, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Für keine der 244 Genossenschaftswohnungen gibt es eine Garage, dafür 300 Fahrradständer. Und für Notfälle stehen acht Pkws einer Car-Sharing-Firma zum Ausleihen in einem


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