Stadtmensch

Stadtleben | aus FALTER 11/00 vom 15.03.2000

Peter Ferber war hauptverantwortlich dafür, dass große Teile der Redaktionen von "Falter" und "profil" große Teile ihres Gehalts im Cafe Salzgries liegen gelassen haben. Abgesehen von der relativ prompten Erledigung seines Jobs überzeugte der Kellner vor allem durch sagenhafte Sprachbegabung und einen Schmäh, den er an die verschiedenen Witzniveaus seiner Gäste adaptieren konnte. Er verfasste Spottgedichte auf Kollegen, war maßgeblich an der Entwicklung einer neuen Sprache beteiligt ("Salzgriesisch") und besaß Visitkarten, auf denen er sich als "leitender Direktor der manuellen Getränke-, Kaffee- und Lebensmittelspedition auf mikroregionaler Ebene" bezeichnete. Jetzt übernimmt Peter die Kantine des Tennisclubs Schwarz-Blau ("Der heißt aber schon seit über 100 Jahren so!") im Prater; immerhin hat er seinen Fans versprochen, auch im Salzgries regelmäßig vorbeizuschauen - als Gast. Das Leben wird trotzdem nicht mehr so sein wie bisher. Zumindest auf mikroregionaler Ebene.W. K.


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