"Forget Austria!"

Wien-Roman. Peter Henischs Roman "Schwarzer Peter" begleitet den Titelhelden über ein halbes Jahrhundert lang auf der Suche nach dem Vater und dem Glück: eine unprätentiös erzählte Tour de Force durch die österreichische Nachkriegsgeschichte.

Wendelin Schmidt-Dengler | Extra | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Er sei so etwas wie der Stuntman seines Helden, sagte Peter Henisch über seinen Roman "Schwarzer Peter"; in jedem Fall ein guter Vergleich, denn riskant und vergleichsweise schlecht bezahlt sind meist beide, Autor und Stuntman. Zugleich wird damit das prekäre Verhältnis der Schreibenden zu ihren Protagonisten auf eine griffige Formel gebracht: Peter Henisch hat viel mit seinem Helden Peter Jarosch zu tun, und doch ist die Ähnlichkeiten beider rein zufällig.

Der schwarze Peter ist auch im wörtlichen Sinne schwarz: Sein Vater ist ein farbiger amerikanischer Besatzungssoldat, der in Wien stationiert war und vor der Geburt des Kindes abhaute, die Mutter eine Straßenbahnschaffnerin, deren Mann in Russland als vermisst gilt.

Die Geschichte hat einen Rahmen: In einer Pianobar in New Orleans am Mississippi erzählt Peter Jarosch seinen Lebenslauf - von seiner Geburt am 1. Dezember 1946 bis ins Jahr 1999, ein Lebenslauf weder in aufsteigender noch absteigender Linie, vielmehr ein Zickzack

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