The King of Kalauer

Porträt: "Scala Santa", das soeben erschienene Opus magnum von Franzobel, ist eine witzige Kompilation von Heimito von Doderer und Josefine Mutzenbacher. Der "Falter" sprach mit dem Autor über das Buch, medialen Erfolg und einen Bankraub in Stuttgart.

Extra | Klaus Kastberger | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Zu Besuch bei Franzobel im Parterre eines Mietshauses im 17. Wiener Gemeindebezirk. Als ich gegen sieben Uhr abends in der typischen Vorstadtgegend ankomme, ist diese in eine süßliche Duftwolke gehüllt, die sich dem frischen Hopfen der nahe gelegenen Brauerei verdankt. In Franzobels Kühlschrank wartet indessen eine bereits durchgegorene Dose auf mich, im Nachbarzimmer sind an einem großen Arbeitstisch zwei Sitzplätze leer geräumt. An der Wand hängt - nur wenige Zentimeter über dem Fußboden - ein großes Kruzifix, so als hätte das Schnitzwerk in der Wohnung sonst nirgends Platz gefunden und als ginge das Ganze jetzt um eine klitzekleine, aber wohl kalkulierte Differenz an den konventionellen Gepflogenheiten vorbei.

Seit er 1995 mit seinem Text "Krautflut", einer kleinen sprachspielerischen Etüde, die wenig später im Suhrkamp Verlag erschien, den Bachmann-Preis gewann, ist Franzobel rasch zu Everybody's Darling geworden. Der Bürgermeister von Lenzing hat Franzobels Eltern im


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