Ein Flirt mit dem Führer

Zeitgeschichte: Doris Mayer verfolgt in "Machalan" den Lebensweg einer jungen Frau, die Hitler am Heldenplatz ins Auge blickt.

Extra | Susanne Schaber | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Heldenplatz, März 1938. In der Menschenmasse ist auch Viktoria, eine junge Frau, die auf Wunsch ihres Mannes nach Wien gekommen ist, den Führer zu bewundern. Gedränge am Platz. Viktoria stolpert, fällt zu Boden, kommt nicht mehr auf. Plötzlich weicht die Menge zurück, Stille. Viktoria spürt eine Hand, die sich ihr entgegenstreckt und sie hochzieht. "Die Augen!", durchfährt es sie. "Diese Farbe! Etwas Besonderes! Nur nicht bewegen, immer so dastehen dürfen und in diese Augen blicken!"

Hitlers Augen. So blau. Doris Mayer glaubt es genau zu wissen. Ihr Roman "Machalan" traut sich so manches zu. Immerhin versucht er ein Panorama jener Zeit, da Österreich vor dem Führer in die Knie geht.

Viktoria, eine polnische Waise, wächst bei ihrer Tante im Burgenland auf. Schon in jungen Jahren verbündet sie sich mit Außenseitern, mit Juden, Behinderten, Kauzen. Die Ehe mit einem Nazi entpuppt sich als Fehler, der Flirt mit des Führers Augen als kurze emotionale Verirrung. Viktoria bleibt sich


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