Häkeln an Teewärmern

Familiensaga II: Antonia S. Byatt führt die Lebensgeschichte der Geschwister Potter in einem üppigen und pastosen "Stilleben" fort.

Extra | Susanne Schaber | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Sollen sie nun stolz sein, die Schwestern Frederica und Stephanie Potter? Schon zum zweiten Mal sind sie Heldinnen dicker Bücher. 1200 Seiten Potter. Was für ein Denkmal. Antonia S. Byatt liebts üppig. "Stilleben" nennt sie den Roman, der die pottersche Familienchronik aus der "Jungfrau im Garten" wortreich weiterführt.

England, Mitte der Fünfzigerjahre. Stephanie Potter hat einen Geistlichen geheiratet. Bücher und wissenschaftlich-literarische Ambitionen verschwinden hinter Kochtöpfen und gehäkelten Teewärmern. Zwei Kleinkinder, ein braver Ehemann, eine zänkische Schwiegermutter und der psychisch angeschlagene Bruder, Marcus Potter. Alle unter einem Dach. Dazu die Sozialarbeit in der Kirchengemeinde, Weihnachtskekse und Kidney-Pie. Stephanies Auslauf wird immer kleiner.

Frederica Potter hats besser. Sie verlässt das Elternhaus, um in Cambridge Glück und Karriere zu suchen. Die Jugend in der Provinz? Weit weg. Der Mief der Fünfzigerjahre? Nicht loszuwerden. "Cambridge war der


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