Need another hero

Sex & Crime: "Schlachtplan", der Debütroman des ehemaligen Schwerverbrechers Jimmy Boyle, glänzt mit Insiderwissen über postmortale Flatulenz und zeigt, dass es im Gefängnis nicht leiwand ist.

Extra | Stefan Ender | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Am Anfang gehts ja noch. Der Icherzähler berichtet dem interessierten Leser von seinem Aufenthalt in einer Haftanstalt für psychisch abnorme Schwerverbrecher. Da gibt es eine skrupellose Anstaltsleiterin, die ihre Häftlinge gnadenlos ruhig spritzt, da gibt es fette alte Krankenpfleger, die Nacht für Nacht die wehrlosen Zwangssedierten niedervögeln. Hero, unser Berichterstatter, schafft es, den ganzen Terror schlappe elf Jahre lang zu überstehen, und wird dann auf Bewährung freigelassen.

Er bekommt eine Anstellung in einem Schlachthof, muss aber fast seinen ganzen Lohn an den gemeinen Immobilienhai Rafferty abgeben. Weil Hero die Arbeit im Schlachthof zur Zufriedenheit seines Sklavenhalters erledigt, verschafft dieser dem Ex-Knacki einen neuen Job: Hero wird Leichenwäscher. (Zwischenbemerkung: Wer an Details über das in weiten Kreisen noch unbekannte Phänomen des Leichenfurzes interessiert ist, sollte das Buch doch lesen.) Weiter. Hero macht seine Arbeit gut und verliebt sich in


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