Die Früchte des Ruhms

Künstlerroman: In seinem ebenso klugen wie unterhaltsamen Roman "Tristanakkord" setzt sich Hans-Ulrich Treichel mit der Penetranz ständiger Kunstbemühung auseinander.

Extra | Tobias Heyl | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Ein junger Mann aus der Provinz, Georg Zimmer ist sein Name, hat in Berlin nach zwölf Semestern mehr schlecht als recht sein Germanistikstudium zu Ende gebracht und setzt sich nun, mehr aus Verlegenheit denn aus Interesse, an eine Doktorarbeit. Doch bevor es damit so richtig ernst wird, nimmt sein Leben eine jähe Wendung. Durch Zufall gerät er an den weltberühmten Komponisten Bergmann, der gerade auf den Hebriden damit beschäftigt ist, seine Erinnerungen zu vollenden und dabei redaktionelle Hilfe braucht. Mit Georgs Ankunft in dieser äußersten Ecke Europas beginnt Hans-Ulrich Treichels außerordentlich kluger, witziger und unterhaltsamer "Tristanakkord".

Klug, weil Treichel mit dem ungeschickten, schüchternen Georg und dem weltläufigen, erfolgreichen Bergmann zwei nahezu gleichwertige Hauptfiguren erfunden hat, deren Gegensätzlichkeit die ganze Tragik und Komik einer Gesellschaft vorführt, der die Kunst als letzte Chance verblieben ist, Distinktion und Individualität zur Geltung


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