Flucht in die Glatze

Männer Mitte 40: Auf der Suche nach dem Glück opfern Männer bei Doris Dörrie ihre Haare und unterwerfen sich buddhistischen Exerzitien.

Extra | Petra Rathmanner | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Was empfinden Männer Mitte 40, die mit sich und ihrem Leben hadern? Fest steht: Sie sind erfolgreich und werden abends schnell müde. Ihre Träume haben sie gegen einen geregelten Alltag eingetauscht, der ihnen Haus, Frau, Kind und auch noch ein Auto beschert hat. Die Generation der Mittvierziger wird als literarisches Sujet ohne Mitleid ironisiert. Michel Houellebecq hat ihnen in "Elementarteilchen" das letzte gute Haar vom Kopf gerupft und ihnen die Hosen runtergezogen, Sten Nadolny hat seinen Protagonisten in "Er oder ich" auf heillose Selbstfindungsreise geschickt. Nun holt Doris Dörrie, Münchner Filmemacherin ("Männer" 1985) und Autorin zahlreicher Kurzgeschichten, zum Gegenschlag aus und unternimmt in ihrem ersten Roman "Was machen wir jetzt" einen Rettungsversuch ihrer Generation.

Fred Kaufmann leitet mit seiner Frau Claudia eine Fast-Food-Kette. Vor Jahren wollte er noch Filmregisseur werden; das Einzige, was von diesem unerfüllten Wunsch geblieben ist, ist eine Befindlichkeit,


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