Ein Schutzengel in Berlin

Porträt: Tim Staffel hat sich mit seinem gewalttätigen Roman-Debüt "Terrordrom" das Image des toughen Jungautors erschrieben. Sein jüngstes Buch "Heimweh" schlägt etwas ruhigere Töne an. Der "Falter" traf Staffel zu einem Gespräch über Berlin, Marathonfernsehen und den Wunsch nach Nähe.

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Den "Serienkillerblick", den ihm sein Schriftstellerkollege Stefan Beuse in einem Zeit-Porträt attestierte, hat Tim Staffel offenbar zu Hause gelassen. Obwohl angeblich leicht reizbar, ist Staffel trotz Schlafentzug während der Zugreise von Berlin, wo er seit fünf Jahren wohnt, nach Wien erstaunlich gut gelaunt und freut sich, dass in Österreich überhaupt Interesse an einem Gespräch mit ihm besteht. Denn tatsächlich war sein Roman-Debüt "Terrordrom" (1998) ein sehr Berlin-spezifischer Text, der bei uns kaum zur Kenntnis genommen wurde.

In Deutschland jedoch sorgte das Buch für einige Aufregung, geht es in ihm doch darum, dass das neue Regierungsviertel in einen Vergnügungspark für die kaputte Gesellschaft umgewandelt wird, dessen zahlende Besucher einander erschießen dürfen. Das Bezahlen des Eintrittsgelds erlaubt auch das Erschießen anderer Besucher. Vermarktet wird der Freizeitpark von einer Pay-TV-Station.

Wie bei einem "Skandaltext" so üblich, koppelte sich die Rezeption


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